400 Jahre – von Marcus Sitticus bis zur Modularen Oberstufe

Das Gründungsjahr 1617

Fürsterzbischof Marcus Sitticus von Hohenems bemühte sich um eine Universitätsgründung in Salzburg. Mithilfe von Joachim Buechauer, dem Abt von St. Peter, gelang es, mehrere Benediktinerabteien in Bayern für die Idee zu gewinnen.

Am 20. September wurde die Stiftungsurkunde zur Gründung unseres Gymnasiums unterzeichnet und besiegelt. Kurz zusammengefasst besagt sie, dass der Fürsterzbischof für die Finanzierung und St. Peter für das Stellen der Professoren zuständig und das Schulziel die Förderung der katholischen Religion sei. Die ersten Professoren aus Ottobeuren trafen am 23. Oktober 1617 unter dem Jubel der Salzburger Bevölkerung ein.

Am 6. November 1617 war der erste Schultag. In der Kirche von St. Peter las Abt Joachim Buechauer um 9 Uhr die Messe, der Fürsterzbischof war zugegen. Nachmittags um 2 Uhr erschienen alle 147 Schüler im Gymnasium und wurden in die Klassen eingeteilt.

Das Akademische Gymnasium bis 1810

Die Gründung der Universität gelang erst 1622 unter Paris Lodron. Für diese und auch für das Gymnasium ließ er am Universitätsplatz das Studiengebäude errichten, in dem das Akademische Gymnasium bis 1976 beheimatet war. Aus unterschiedlichen Benediktinerklöstern kamen die Professoren und lehrten am Gymnasium meist ein bis fünf Jahre. Der Präfekt war als Schulleiter dem Rektor unterstellt, das Gymnasium war als Vorstufe der Universität mit dieser eng verbunden.

1707 wurde die vom Barockarchitekt Fischer von Erlach erbaute Kollegienkirche fertiggestellt, in der bis in die 1980er Jahre die Schülergottesdienste des Akademischen Gymnasiums stattfanden. Anfangs täglich, am Ende nur mehr dreimal pro Schuljahr.

Das Gymnasium hatte fünf Klassen (Rudimenta, Grammatica, Syntaxis, Poesis und Rhetorica). Jede Klasse wurde von einem Lehrer in allen Gegenständen unterrichtet. Die Vortrags- und Kommunikationssprache war Latein.

Am Ende jedes Schuljahres wurden in der Aula die besten Schüler bei der Preisverleihung geehrt. Dabei fanden auch immer Theateraufführungen statt. Die Salzburger Benediktiner brachten das Barocktheater zu einer Hochblüte.

Unter bayrischer Herrschaft
1810–1816

Nach Abdanken des Fürsterzbischofs Colloredo 1803 und mehreren Machtwechseln im Anschluss kam Salzburg 1810 an das Königreich Bayern, das gleich darauf die Universität auflöste. Das Akademische Gymnasium blieb aber bestehen, wurde säkularisiert und völlig neu strukturiert.

Unter österreichischer Herrschaft
1816–1848

1816 kam Salzburg endgültig zu Österreich. Das Gymnasium wurde von St. Peter und Michaelbeuern geführt und die Professoren kamen aus diesen beiden Klöstern. Es gab nun sechs Klassen. Außer Religion unterrichtete der Klassenlehrer wieder alle Gegenstände. Am Jahresende wurden in der Aula in Anwesenheit des Erzbischofs und des Gymnasialdirektors die Preise verliehen.

Das Gymnasium von 1849–1962

Das Schulwesen in Österreich wurde völlig neu geordnet. Statt der Klassenlehrer gab es nun Fachlehrer, die eine Lehramtsprüfung haben mussten. Es gab Zeugnisse und keine Preisverleihungen am Schuljahresende. Die Matura wurde als Voraussetzung für ein Studium eingeführt.

Seit 1962 – Ära der Schulversuche und Schulreformen

Zwar maturierten 17 Mädchen schon 1922–33 am Akademischen Gymnasium, aber erst 1961/62 waren wieder zwei Schülerinnen in der ersten Klasse. Seither stieg ihre Zahl an.
Der Focus wurde weg von Latein und Griechisch und hin zu den lebenden Fremdsprachen gerichtet. Die Schulgemeinschaft konnte nun in mehreren Belangen mitbestimmen.

1973–1992 lief am Akademischen Gymnasium der Schulversuch Modell II zur Begabtenförderung. Ab 1988/89 konnten Fachbereichsarbeiten als Teil der Matura geschrieben werden und zu Griechisch gab es Französisch als Alternative. Europaklassen mit einer zusätzlichen Fremdsprache wurden 1996 eingeführt und der Schulversuch Modulare Oberstufe läuft seit 2007. In allen Allgemeinbildenden Höheren Schulen gibt es seit dem Schuljahr 2014/15 eine Zentralmatura, so auch an unserem Gymnasium.
Seit 1962 ist aber noch viel mehr reformiert worden. Stundentafel und Lehrpläne wurden immer wieder verändert und die Unterrichts- und Lehrmittel revolutioniert.

1976 übersiedelte die Schule auf den Rainberg in ein neues Gebäude, das 2014 bis 2016 renoviert und aufgestockt wurde. Während der Umbauarbeiten war die Schule im Nonntaler Ausweichquartier untergebracht. Im Dezember 2016 kehrte das Akademische Gymnasium auf den Rainberg zurück.